Donnerstag, 22. Januar 2015

Schneewochenende 2.0 – Vom Winde verweht

Dunkel wars, der Mond schien helle,
als drei Autos blitzeschnelle,
langsam über die deutsch-tschechische Grenze fuhr'n.

Drinnen saßen wir – ein wilder Trupp aus Chorissimisten und deren Freunden. Nachdem wir im vergangenen Jahr den Schnee endlich gefunden hatten, erwartete uns in diesem Jahr ein neuer Gegner: der Wind! Doch als wir am Freitag Abend in Jachymov landeten, ahnten wir noch nichts von unserem Glück. Wir bezogen unsere Zimmer und frönten unseres Scharfsinns bei düsteren Gesellschaftsspielen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf, den Berg zu bezwingen, sei es per pedes, mit einem Brett oder zwei Skiern unter den Füßen. Doch der Wind, dieser pfiffige Geselle, machte uns einen Strich durch die Rechnung. So schafften wir es zwar mit letzter Kraft, unsere Automobile den Berg hochzuschieben, konnten jedoch sturmbedingt nicht wie geplant hinab gleiten. Doch Chorissimisten sind bekanntlich keine Pessimisten, also entschieden wir uns für eine Wasserwanderung durch die Loipenwelt des Fichtelberges. Einige Waghalsige bezwangen schwierige Passagen sogar auf dem Bauch, durch die Fluten des Tauwassers robbend. Als wir auch das geschafft hatten und die Automobile heil zurück ins Tal geschlittert waren, machte sich ein bekanntes Gefühl breit: der Hunger. Leider hatte unser Feind – der Wind – das kleine tschechische Dorf allerdings vom Stromnetz abgetrennt. Oh mein Gott! Die ersten zornigen Blicke wurden ausgetauscht und das Sozialgefüge unserer Truppe sehr auf die Probe gestellt, als wir auch nach stundenlangem Suchen eingestehen mussten: Es gibt nichts (warmes) zu essen hier! Doch wie es das Schicksal in solchen Geschichten immer will: Es nahte Rettung. Ein barmherziger Pizzaservice erlöste uns von unserer Qual und, nachdem der Strom zurück gekehrt war und wir uns im Warmen von den Strapazen des Tages erholten hatten, kam die Natur des gemeinen Homo chorissimus zum Vorschein: Es wurde tschechisches Bier vertilgt, laute Musik klang aus gigantischen Boxen und wir alle tanzten wie von der Tarantel gestochen bis spät in die Nacht. Der feindliche Wind ließ uns dabei erst einmal gewähren…

Am Sonntag war es uns dann endlich möglich, auf den Pisten zu reiten und mit hoher Geschwindigkeit ins Tal zu segeln. Zwar zeigte sich auch hier der feindliche Wind und er peitschte uns den Schnee ins schon taub gefrorene Gesicht, doch wir stellten uns seiner Fratze und bezwangen ihn schließlich! Zufrieden genossen wir die letzten gemeinsamen Momente in einer kleinen Hütte auf dem Berg, bevor sich der chorissimistische Trupp wieder in die heimischen, thüringischen Gefilde aufmachte.

Wir blicken zurück auf ein wildes, windiges Schneewochenende mit vielen Strapazen, aber auch mit vielen frohen Momenten. Was uns wohl im kommenden Jahr für Naturgewalten erwarten werden? Wir werden es herausfinden!

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