Donnerstag, 12. Juni 2014

Und sie zogen aus in die Natur...


Am Freitag machte sich der attraktivste aller Chöre auf den Weg ins fernöstliche Tal des hübschen, kleinen Flusses Schwarza, im Volksmund auch Schwarzatal genannt.

Wir bezogen dort schnell ein paar bescheidene Bungalows und sangen bis die Sonne unterging. Nachdem am darauf folgenden Samstag beim erneuten Proben die ersten Töne erklungen waren, machten sich die Jäger unter uns in einer Pause auf, um Ess- und Grillbares zu suchen. Währenddessen begaben sich die Sammler in den Wald, um Feuerholz aufzutreiben.

Im Folgenden kam plötzlich eine steife Brise auf und wehte das Dach unseres Probenraumes weg, so dass wir uns beklagenswerter Weise bei schönstem Sonnenschein gezwungen sahen, das weitere Proben-geschehen nach draußen zu verlagern. Im wunderbaren Einklang mit der Natur harmonisierten so den restlichen Tag die Stimmen von Sopran, Alt, Tenor und Bass (zumindest teilweise).
Am frühen Abend entzündeten wir schließlich die Glut, so dass Käse, Auberginen, Pilze und Maiskolben gegrillt werden konnten. Nach der Raubtierfütterung wurde dann ganz chorissimistisch ein Feuer von gigantischem Ausmaß entzündet. Bald war die Luft schon wieder erfüllt von den (dis)harmonischen Klängen unserer harmonischen Gemeinschaft. Erste Anzeichen für die sich schon anschleichende Abschieds-melancholie waren in den größtenteils in Moll (lat. mollus = weich) gesungenen Melodeien zu entdecken, die sogar einige Wilde aus der Umgebung anlockten. Zusammen mit diesen frönten wir noch so manche Stunde dem Lagerfeuerleben.

Als die Glut noch nicht ganz abgekühlt und der Met erst kürzlich unsere Kehlen entlang gewandert war, versuchten wir uns dann am Sonntagmorgen ein letztes Mal an der Chorliteratur und meisterten sie den Umständen entsprechend. "Da war schon viel Schönes dabei!", musste auch die Chorleitung endlich zugeben.

Zum Abschluss versammelten wir uns noch einmal für ein letztes, selbst zubereitetes Mittagsmahl. Wir lachten und scherzten und wurden dessen lange nicht müde. Doch mit der langsam hinab sinkenden Sonne am Firmament trennten sich dann langsam auch unsere Wege wieder. So machten sich einige auf, den Heimweg nach Jena motorisiert anzugehen. Andere wiederum schleppten sich per pedes nach Hause bzw. zur nächsten Lokomotive.

Das Schwarzatal - wir haben es bezwungen und besungen. Doch ein jeder Chor muss Opfer bringen bei der Konzertvorbereitung, so auch wir. Und sei es auch eine Terz unseres Stimmumfangs, womit der ein oder andere Sopran oder Tenor wieder seine wahre Bestimmung (Alt, Bass) gefunden haben könnte...

Fortsetzung folgt bei unseren Konzerten!
 

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